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Als
die Fischereifachberatung des Bezirks Oberbayern im Sommer vergangenen Jahres
die Muscheln und den Fischnährtierbestand des Staffelsees untersuchte, fanden
deren Mitarbeiter ein merkwürdiges Gebilde, das an den Pfählen des früheren
Steges zur Insel Wörth hinüber wuchs: Übermannsgroß, weich und doch zäh,
weißlich aufglänzend im Licht des Unterwasserscheinwerfers.
Nähere Untersuchungen zeigten, daß es sich bei dem
Gebilde um eine n
Schwamm handelt. Von den Süßwasserschwämmen gibt es bei uns in Europa nur 6
Arten. Der hier vorgefundene heißt wissenschaftlich „Spongilla lacustris“
und soll in stehenden und in langsam fließenden Gewässern vorkommen, u. a.
auch im Bodensee. Der Fachliteratur nach soll er dabei aber Größen von max. 30
cm nie überschreiten.
Warum
er hier am Staffelsee so riesig wird, kann vorerst nur vermutet werden:
Wahrscheinlich kommt zu der warmen Wassertemperatur im Sommer und zu dem eher
geringen Kalkgehalt des anmoorigen Wassers der Umstand, daß die Pfeilerreste
des ehemaligen Steges so nachgiebig im Untergrund haften, daß der Wellenschlag
der filigranen Struktur dieses Tiers nicht anhaben kann.
Wenn wir
wollen, daß dieses Lebewesen in seiner großartigen Form weiter bei uns
existiert, müssen wir dafür sorgen, daß auch in den nächsten Jahrhunderten
Stämme mitten im See aufragen, die von ihm besiedelt werden können...
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